Textkultur

Text + Kultur, Textkultur, Literatur und Kulturwissenschaftliches, Literaturtheoretisches, Literarisches, Kulturelles, Aktuelles

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18.9.07

IRON MAN

Eine schwierige Situation: Man stelle sich vor, man sei ein milliardenschwerer Waffenhändler und auf PR-Mission bei den im Ausland stationierten Truppen. Man wird von Terroristen gefangen genommen und diese schließen einen in einer Werkstatt ein mit der Aufgabe, eine Rakete bauen. Was soll man in dieser Situation tun? Soll man sich heroisch verweigern und sich Folter und Tod anheim geben? Oder soll man die Rakete bauen, wenn diese doch aller Wahrscheinlichkeit gegen die eigenen Landsleute eingesetzt werden wird und damit womöglich sein Leben retten (wenn auch zumindest nur bis zum Zeitpunkt der Raketenfertigstellung)? Der im nächsten Jahr erscheinende Film IRON MAN, basierend auf dem bekannten Marvel-Comic, führt für dieses Szenario eine bislang viel zu wenig bedachte und vorbildliche Alternative ein: Während die Terroristen denken, dass man an der Rakete sitzt, baut man in Wirklichkeit ein Ganzkörper-Exoskelett aus Stahl, welches man sich überzieht und womit man die Feinde besiegt und ein Superheld wird.

Hier der Trailer:

17.9.07

Die Zeit

Manch einer wird wohl denken, ich habe mich überempathisch in meinen Untersuchungsgegenstand eingearbeitet und sehe nun Spuren desselben in meinem alltäglichen Leben. Es ist allerdings so, dass die Zeit, dieser im Zauberberg so aufwendig verhandelte Gegenstand, hier unter meinen Augen Merkwürdiges mit mir anstellt. Zunächst kann man „unter den Augen“ wörtlich nehmen, denn diese Entwicklung hat Augenringe hinterlassen und hinterlässt sie noch immer. Und „unter den Augen“ ist eben auch bildlich zu verstehen, dass ich diese Änderungen der Zeit sehe. Ich sehe sie tatsächlich an den Tageszeiten, denn ich verbringe viele Abende hier wach, lesend oder arbeitend. Und wie sie Sonne untergeht, geht sie auch wieder auf und es ist zugleich schön, wenn da wieder Licht ist und schlimm, denn Licht bedeutet die Geschäftigkeit des kommenden Tages, der doch noch immer derselbe ist. Aber es ist eben nicht nur die Arbeit oder das Lesen, das mich durch die Nacht bringt, sondern auch ein gewisses Gezogensein. Und das kommt durch die Zeitverschiebung, oder es mag auch vom Internet kommen. Denn zu den normalen Zeiten, da man schlafen geht, also gegen 1 oder 2 oder 3 Uhr nachts, wird Deutschland wach und ich sehe es im Internet. Und es ist fast so, als ob ich vom Tag in St. Louis, der doch erst vor wenigen Stunden aufgehört hat, wenn es hier Mitternacht ist, direkt in den deutschen Tag geholt werde. Die Schlafenszeit verschwindet sozusagen und ich habe auch gar nicht das Gefühl, schlafen zu müssen, denn es ist doch noch (oder: wieder) Tag.
Das geht schon seit einiger Zeit so und ich frage mich, ob da ein Suchtverhalten hintersteckt. Ob es ein Verlangen nach Beschäftigung ist. Oder weniger das Verlangen nach Beschäftigung als vielmehr nach geregelter Zeit zur Beschäftigung. Denn es ist so, dass ab einer gewissen Tageszeit keine Arbeit mehr begonnen werden kann, ohne dass man weiß, dass sie bis in die Nacht hineinreicht. Doch am Tag schiebt man die Arbeit auf für den Abend und dann für den Spätabend, einfach aus Saumseligkeit und aufgrund dieser Fülle an Beschäftigungszeit und weil da so eine Weite ist an Zeitfreiheit, die man einfach komplett abgehen will. Und dann kommt die Enge, das kurze Zeitfenster, indem etwas noch unter nur geringen Aberrationen des Schlafes zu machen ist und die Herzensenge, die damit verbunden ist, weil auf einmal die ganze Zeit durch dieses Nadelöhr gepresst werden muss und dadurch Zeitdruck entsteht. Schließlich ist aber dann der Punkt, an dem man sieht, dass dieser Punkt schon eine ganze Weile ist, eine ganze Weile, in der man sich durch dieses Zeitfenster durchzupressen versucht und es nicht nur geschlossen ist, es existiert gar nicht mehr. Und weil es nicht da ist, kommt man seit dieser ganzen Weile wie aus innerer Überzeugung nicht voran und die Arbeit ist von selbst erstorben. Vielleicht braucht Arbeit ja Zeit wie Feuer Sauerstoff braucht. Dann sieht man ein, dass es dieses Zeitfenster wohl gar nicht gegeben hat und man sich dieses eigentlich nur vorstellte, um etwas vor die eigene Einsicht, dass man die Zeit vertan hat, zu stellen, wie ein Milchglas, um den Blick auf die Einsicht zu verzerren. Und dann gibt man sich dieser Niederlage hin, man macht aus ihre eine große Niederlage und gibt sich der großen Niederlage hin, denn das macht es irgendwie ehrbar. Und man wühlt darin und schlachtet die Niederlage aus und vergeudet die Zeit, als sei sie nie wichtig gewesen. Und davon ist man so erschöpft, dass man an die Arbeit geht, gerädert von dem törichten Umgang mit der Zeit.
Und hier zerrt man sich selber in die andere Zeit, die deutsche Zeit, der Tag, der nun anfängt und den man auch wieder ganz ausweiden kann. Das hat schon etwas von Sucht. Das hat etwas von den Opiumhöhlen der Zeit, in die man sich versenken lässt. Das ist so ziemlich, wie es derzeit funktioniert.

4.9.07

Respect to the man in the ice cream van



Hier heißt es allerdings "Ice Cream Truck"

1.9.07

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