Textkultur
Text + Kultur, Textkultur, Literatur und Kulturwissenschaftliches, Literaturtheoretisches, Literarisches, Kulturelles, Aktuelles
30.1.08
29.1.08
Innere Monologe Österreichs
Ist es eigentlich sinnvoll, Klammern zu machen, wenn man schreibt? Also in etwa wie: "Das Licht brannte noch immer und die an die Ecken des Holztisches (es war einer dieser ungeheuer teuren Mahagoni-Tische, ein Belohnungserwerb zu Ende des vergangenen Jahres oder eines der vorherigen, als sie besonders viel gearbeitet hatte; eine Belohnung dafür, dass sie es schaffte, Beziehungen zu entgehen, aus dem Ersparten sozusagen, was übrig bleibt, wenn man sein Geld nicht für sich ausgibt, um einem anderen Menschen zu gefallen) herabhängenden Tischtuchzipfel krallten sich in den Raum hinein, als wollten sie das Arrangement für immer in eine Installation verwünschen."
Ich frage, weil Thomas Stangl das tut. Eine der österreichischen Pflichtlektüren. Sprachlich ganz gut, ohne dabei in Manierismen zu verfallen. Nach einiger Zeit war ich sogar in einem Mini-Sog drin. Mit "mini" meine ich, dass der Sog in etwa so groß und stark war wie der Strudel einer abfließenden Badewanne, aber es war einer da. Doch Stangl ist es selber Schuld: diese ganzen Klammern! Immer wird der Strom durch Parenthesen unterbrochen. Das hat wohl irgendwie Methode, aber frei nach Shakespeare: "Hat es Methode, so ist es doch Wahnsinn."
Ich frage, weil Thomas Stangl das tut. Eine der österreichischen Pflichtlektüren. Sprachlich ganz gut, ohne dabei in Manierismen zu verfallen. Nach einiger Zeit war ich sogar in einem Mini-Sog drin. Mit "mini" meine ich, dass der Sog in etwa so groß und stark war wie der Strudel einer abfließenden Badewanne, aber es war einer da. Doch Stangl ist es selber Schuld: diese ganzen Klammern! Immer wird der Strom durch Parenthesen unterbrochen. Das hat wohl irgendwie Methode, aber frei nach Shakespeare: "Hat es Methode, so ist es doch Wahnsinn."


