Textkultur

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27.4.08

Die Idee vom steinernen Haus


Hier eine kleine Illustration, die ich für den Writer/Critic-Kurs erstellte.

26.4.08

Performance?!?

Hallo,

im Unterricht haben wir eine kleine Performance gemacht, hier ist der Link dazu.
Bitte schreibt mir doch Kommentare (könnt sie auch persönlich an mich schicken) und sagt, was ihr davon haltet. Die Bilder erklären Aspekte des Videos, die man nicht so gut sehen kann. Ich verlinke außerdem das Video, das im Hintergrund läuft. Eure Reaktionen werden Basis einer Arbeit sein.




14.4.08

Fußball, Literaturwissenschaft, FAZ, Littell

Seit langem trage ich schon mehrere Blogeinträge mit mir herum. Doch diese sollen hier noch gar nicht gepostet werden.
Ich habe mir vorgenommen, in häufigeren Aufschlägen die letzten Wochen zu dokumentieren.

Heute erstmal ein paar Kleinigkeiten:

Ja, es stimmt, Dortmund hat sich blamiert. Angesichts der Tatsache, dass ich am Abend zuvor noch ernsthaft auf 7:1 für Bayern getippt hatte, ist das 5:0 aber einigermaßen verkraftbar. Man muss eben auch zugeben, dass die Bayern richtig gut gespielt haben.
Nächsten Samstag dann geht es in eine Kneipe, wo wir uns in großem Stil das Pokalfinale anschauen werden.
Ein Video, das ich bei YouTube fand, bewies mir heute allerdings, dass Fußball auch sehr gefährlich sein kann - das sollte man wohl nie vergessen. Hoffen wir nur, dass die Südafrikaner ihre Stadien zur WM besser ausgestattet bekommen als bei Ligaspielen, wie dieses Video beweist.

Ein nettes Zitat zum Umgang der Wissenschaftler in ihnen fremden Forschungsbereichen, wenn sie sich mit diesen für eine Untersuchung beschäftigen müssen:
"Es gibt wohl zwei Taktiken, mit denen man wissenschaftliche Felder beschreitet. Die eine ist eher die der Ninjas, welche ganz leise ein Feld betreten, alles unberührt lassen, dann einen tödlichen Stoß ausführen und in den nächsten Bereich verschwinden; und das andere ist eher die der Wehrmachtssoldaten, die blutig in ein Feld einmarschieren, die Eliten erschießen und beim Verlassen alles verbrannt zurücklassen."

Gelobt sei die FAZ!
Wie jeder weiß, stoße auch ich regelmäßig in das Horn "Die FAZ ist zwar unangenehm konservativ, aber das Feuilleton ist großartig."
Dass die Zeitung auch fernab der Printmedien Großes leisten kann, bewiesen mir zwei neue Web-Features:
Zum einen ist da der Romanatlas. Es ist ein Globus, auf dem Orte verzeichnet sind, deren Anklicken zu Artikeln über berühmte Werke der Literatur führt. Die Globalisierung erfordert eben auch eine neue Kartographie der Literatur...

Zum anderen gibt es den Reading Room. Dort kann man Auszüge aktueller Bücher lesen, an gelehrten Diskussionen teilnehmen und sich durch ein paar nette Extras klicken. Momentan ist der Reading Room ganz Walsers neuem Goethe-Buch "Ein liebender Mann" gewidmet.
Das Buch wird ja hochgelobt, so z.b. auch von Denis Scheck.
Seine eigentliche Einrichtung hat der Reading Room aber Jonathan Littells Wahnsinnsbuch "Die Wohlgesinnten" zu verdanken.
Ich hatte vom französischen Hype schon gehört und war sehr skeptisch. Offen gestanden interessieren mich Nazi-Bücher nicht sonderlich. Doch dann dachte ich mir, einfach mal ein wenig im Reading Room zu stöbern und hörte mir dort die Lesungen von Christian Berkel an - ich war gefesselt. Ich hörte alle am Stück. Ich klickte mich durch die Forumsdiskussionen und stieß auf einen Eintrag Klaus Theweleits (rechts neben Harpprechts Eintrag kann man den Kommentar ausklappen) über die Sexualisierung des Nationalsozialismus in dem Buch. Der Eintrag zeigte mir, dass der Autor der "Männerphantasien" seine Kunst nicht verlernt hat und Zusammenhänge zur Sprache bringt, die man schon immer vermutet hat, aber nicht deutlich aussprechen wollte.
Hier die zwei Stellen des Buches, die mich am meisten flashten (der Anglizismus ist angebracht): Zunächst Christian Berkels dritte Lesung. Bitte ganz anhören, denn das Eigentliche geschieht erst zum Schluss, hat aber ohne die vorherigen Minuten keinen so durchschlagenden Effekt.

Und dann die letzten Sätze des letzten Absatzes, die nicht nur zerschneiden (oh ja, so ist es wohl) und stutzig machen (mag er das wirklich gedacht haben?), sondern die zeigen, wie toll die deutsche Übersetzung ist. Die Sprache ist präzise, flattert und trifft; aber es wird auch schlau variiert: Das wäre mir nicht aufgefallen, wenn ich diese Woche nicht meinen Studenten den Passiv hätte beibringen müssen und dabei erfuhr, dass man im Deutschen den Passiv durch "man", Reflexivausdrücke, "sich lassen" und "sein ... zu" + Infinitiv ausdrücken kann.
Also lest es euch hier durch. Ich meine die letzten Sätze, beginnend bei "Ich betrachtete die Juden..." Gerne würde ich das hier posten, will mich aber nicht in mögliche Copyright-Schwierigkeiten bringen.
Und sowieso: Buch kaufen!

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